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Verbrennung und Verbrühung:
Ruhe bewahren!
Verbranntes Körperareal sofort und ausreichend lange, d.h.
10 - 15 Minuten, unter fließendem kaltem Wasser kühlen
(je nach betroffener Körperstelle unter dem Wasserhahn oder
auch mittels Dusche). Erst danach ggf. die bedeckende Kleidung
entfernen. Wenn kein Wasser verfügbar ist, sofortiges Entfernen
der Kleidung.
Nur so können die sog. "Nachbrennungen" verhindert
werden. Daneben ist diese Art der Kühlung eine sehr wirksame
Schmerzbekämpfung.
Bei großflächigen Verbrennungen 19222 (Rettungsleitstelle)
rufen.
Vorsicht: die Ausdehnung und Schwere der Verbrennung ist
meist größer, als es zunächst scheint.
Keine Salben, Puder oder sogenannte "Hausmittel" auf verbrannte
Haut aufbringen!
Verbrannte Hautbezirke mit sauberem Tuch, sterilen Kompressen oder
Alu-Folie bedecken.
Jede Verbrühung oder Verbrennung muss ärztlich beurteilt
bzw. behandelt werden.
Bei rechtzeitiger klinischer Behandlung sind heute schwere Narbenbildungen
oft zu verhindern. Dies gilt besonders für Hand und Gesicht.
Bei Säuglingen und Kleinkindern ist wegen drohenden Komplikationen
("Verbrennungskrankheit", Schock) oft eine Klinikeinweisung
unumgänglich.

Vergiftung, Verätzung:
Ruhe bewahren, Uhrzeit feststellen.
Bei lebensbedrohlichen Symptomen (Atemnot, Bewusstlosigkeit, Schock)
19222 (Rettungsleitstelle) anrufen.
030 - 19240 oder 089 - 19240 (Giftzentralen) anrufen.
Folgende Angaben sind zu machen:
- Alter des Kindes,
- Art und Menge des aufgenommenen Giftes,
- Pflanzenbeschreibung u.ä.,
- Symptome des Kindes (Benommenheit?, Hautfarbe?),
- Zeitpunkt der Giftaufnahme.
Flüssigkeit nur nach entsprechender Empfehlung der Giftzentrale
verabreichen.
Reste des anzunehmenden Giftstoffes (Tablettenschachteln, Gebrauchsanweisungen,
Pflanzenteile, Früchte) und ggf. Erbrochenes aufbewahren.
Anschließend Vorgehen nach den Empfehlungen des Giftzentrums.

Krampfanfall, Bewusstlosigkeit:
Ruhe bewahren, Uhrzeit feststellen.
Am häufigsten sind so genannte "Fieberkrämpfe"
("Zahnkrämpfe" gibt es nicht!).
Typische Konstellation: Alter zwischen 6 Monaten und 5 Jahren, Fieber,
plötzliche Bewusstseinsstörung (nicht ansprechbar, leerer
Blick), Blauverfärbung, plötzliches "Steifwerden",
Verdrehen der Augen und / oder rhythmische Zuckungen der Gliedmaßen.
Kind auf die Seite legen oder aufrecht auf dem Arm halten. Kein
brüskes Festhalten, äußere Verletzungen durch Gewährleistung
von Bewegungsfreiheit vermeiden. Mundhöhle kurz mit dem
Finger säubern, sofern der Mund ohne besondere Kraftanwendung
geöffnet
werden kann.
19222 (Rettungsleitstelle) anrufen.
In den meisten Fällen hört der Krampfanfall nach 1-3
Minuten von selbst auf. Die Atmung wird wieder regelmäßig,
die Haut wieder rosig, die Muskelspannung lockert sich. Bei offensichtlichem
Fieber bereits vor Eintreffen des Notarztes Paracetamol als Zäpfchen
verabreichen.
Bei erstmaligem Auftreten eines solchen Zustandes ist immer eine
Klinikeinweisung erforderlich, da u.a. eine Hirnhautentzündung
oder Hirnblutung ausgeschlossen werden müssen. Ein kurzzeitiger
Krampfanfall bleibt meist folgenlos.
Affektkrämpfe (so genanntes "Wegbleiben" -
ausgelöst durch Schmerz, Weinen, trotzige Erregung) beim
Kleinkind haben nichts mit echten Krämpfen zu tun, obwohl
es auch dabei zu einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit und
Blauverfärbung
kommen kann.
Nicht übertrieben ängstlich reagieren. Gelassen auf die
spontane Lösung des Krampfanfalls (tritt immer nach maximal
2 Minuten ein) warten. Zum zukünftigen Umgang mit ähnlichen
Situationen den Arzt befragen.
Bei plötzlicher Bewusstlosigkeit ohne erkennbaren
Grund Atmung überprüfen, bei nicht feststellbarer Atmung
Mund-zu-Mund- bzw. Mund-zu-Mund-Nase-Beatmung beginnen.
Bei weiter bestehender Bewusstlosigkeit und Atemstillstand
mit Herzdruckmassage beginnen (entsprechende Kurse bietet das
Rote Kreuz an).

Erstickungsanfall, Verschlucken (Aspiration):
Plötzliche Atemnot und / oder krampfartiger Husten bei einem
zuvor beschwerdefreien Kind ist meistens auf das Verschlucken eines
Fremdkörpers (Aspiration) zurückzuführen. Gelangt
ein Fremdkörper in die Atemwege, kommt es daneben oft zu pfeifenden
Atemgeräuschen, manchmal auch zur Blauverfärbung (Zyanose).
Besonders aspirationsträchtig sind Nüsse, kleine Plastikteile
(z.B. Lego-Bausteine, Inhalt von Überraschungseiern), kleine
Münzen, aber auch Wurststückchen, Süßigkeiten
o.ä..
Deshalb: bis zum Alter von 5-6 Jahren Verzicht auf Nüsse und
kleines Spielzeug!
Sofortmaßnahmen bei rasch zunehmender Atemnot und Blauverfärbung:
Säugling: mit dem Gesicht nach unten auf Hand und Unterarm
legen, Kopf tief halten, mit dem Zeigefinger den Mund geöffnet
halten; dann mit der Handfläche der anderen Hand 5 mal kräftig
zwischen die Schulterblätter bzw. auf den oberen Rücken
schlagen.

Kleinkind: mit dem Gesicht nach unten auf die Oberschenkel
legen (dazu sitzende oder kniende Position einnehmen), Kopf über
die Knie herabhängen lassen; dann mit einer Handfläche
5 mal kräftig zwischen die Schulterblätter bzw. auf
den oberen Rücken schlagen.
Bei ausbleibendem Erfolg in Rückenlage den Brustkorb im Bereich
der unteren Brustbeinhälfte wie bei einer Herzdruckmassage
5 mal kräftig komprimieren.
Möglichst parallel die 19222 (Rettungsleitstelle) anrufen
lassen.
Wenn Sie alleine sind, rufen Sie unmittelbar nach Durchführung
dieser Manöver an!
Auch wenn das Ereignis weniger dramatisch verläuft, sollten
Sie in jedem Fall einen Arzt zu Rate ziehen. Bei der Aspiration
kleinerer Fremdkörper kann der Husten nachlassen oder sogar
aufhören, obwohl der Fremdkörper noch in den Atemwegen
liegt.
In der Regel ist eine Abklärung bzw. Therapie mittels Spiegelung
der Atemwege (Bronchoskopie) erforderlich!

Stromunfall:
Typische Zeichen eines Stromunfalls sind: Auffindungssituation,
sichtbare Strommarken, schneller und / oder unregelmäßiger
Puls, Bewusstlosigkeit oder Bewusstseinsstörung, Muskelverkrampfung
und "Festkleben an der Stromquelle".
Stromzufuhr unterbrechen: Sicherung ausschalten, Stecker herausziehen
(keinesfalls den Betroffenen anfassen, bevor die Stromzufuhr unterbrochen
wurde). Sollte eine Unterbrechung des Stromkreislaufes nicht möglich
sein, muss mit Hilfe eines nicht leitenden Gegenstandes (Holz,
Gummi, Plastik oder Glas, z.B. Besenstiel) die Stromquelle vom
Betroffenen getrennt werden.
Erst wenn der Betroffene von der Stromquelle getrennt wurde, können
weitere Rettungsmaßnahmen erfolgen:
Ist das Opfer bei Bewusstsein, sollte es mit erhöhten Beinen
gelagert werden.
Die Strommarken (Ein- und Austrittstelle des Stromes) 10 bis 15
Minuten mit kaltem Wasser kühlen, Brandwunden anschließend
mit Verbandsstoff abdecken.
Bei Atemstillstand muss eine Wiederbelebung versucht werden. Möglichst
parallel die 19222 (Rettungsleitstelle) anrufen
lassen. Auch bei einem normal atmenden und bewusstseinsklaren
Opfer muss eine ärztliche Untersuchung der Herztätigkeit
einschließlich einer EKG-Untersuchung erfolgen. In jedem
Fall sollte der Betroffene zur Beobachtung stationär eingewiesen
werden.
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